Unsere Aufgabe ist es, den Kleinsten und Schwächsten beim Ankommen in Hamburg zu helfen. Wir unterstützen geflüchtete Kinder und Jugendliche bei den ersten Schritten in einer neuen Welt und bei der Integration in unsere Gesellschaft.

Kids Welcome versteht sich als Inkubator und Anschieber neuer Ideen, die wir nach Kräften unterstützen. Da unsere Ressourcen beschränkt sind, setzen wir besonders auf nachhaltige Projekte, die wir gerne nach einer erfolgreichen Probezeit in die Selbstständigkeit entlassen. In diesem Sinne wächst unser Netzwerk stetig und wir freuen uns über jedes gelungene Projekt für geflüchtete Kinder in Hamburg.

Kinderprogramm

In der freien Betreuung spielen und basteln wir, lesen vor und näheren uns spielerisch der deutschen Sprache. Die Kinder erleben ihre festen Betreuer*innen als liebevolle Bezugspersonen, die ihnen neben Geborgenheit auch Wissen und Werte vermitteln. Mehr lesen

Schulbegleitung

Seit Anfang Juni unterrichten Lehrer*innen der Rudolf-Ross-Grundschule in der EA Schaarsteinweg – und wir unterstützen sie mehrmals die Woche während des Unterrichts, sind bei Ausflügen dabei. 

Da immer mehr Kinder in die Schule kommen und die Erstaufnahmen verlassen, um in IVK- oder regulären Klassen Unterricht zu bekommen, lassen sich einige von uns zu Schulmentoren ausbilden – das heißt wir können zukünftig zwischen der Schule, den Lehrkräften und den Eltern der neuangekommenen Kinder ein Bindeglied sein und so weiterhin zur gelungenen Integration beitragen.

Geschützte Räume

In Absprache mit den Trägern der Unterkünfte schaffen wir Räume für Kinder. Wir richten Spielecken ein, statten die Räume mit Tischen, Bänken und Spielzeug aus und schaffen damit kleine Oasen der Sorglosigkeit. Hier wird gelacht, gespielt, getanzt und geträumt. Da in vielen Unterkünften Räume für ein gesondertes Kinderprogramm fehlen, haben wir spezielle winterfeste Zelte vorrätig. Dort können die Kinder ungestört spielen und erleben eine Auszeit vom Alltag in der Unterkunft. Das entlastet auch die Eltern und alle Erwachsenen in den Unterkünften.

Schutz und Sicherheit

Ziel unserer Arbeit ist es, den Schutz und die Sicherheit von Flüchtlingskindern jeden Alters zu gewährleisten – von der Geburt bis zur Volljährigkeit. Zukünftig werden wir uns deshalb auf breiter Ebene um die Bedürfnisse von Schwangeren, Neugeborenen und Wöchnerinnen kümmern, deren besondere Schutzbedürftigkeit und speziellen Bedürfnisse in den Erstunterkünften wenig bis gar nicht berücksichtigt werden. 

Spaß und Wissen

Wir wollen den geflüchteten Kindern neue Erfahrungen schenken und neues Wissen vermitteln. Dabei stehen Spiel und Spaß genauso im Vordergrund wie Alltagserlebnisse und gezieltes Lernen. Wir begleiten außerdem Schulstunden und schlagen als Schulmentoren die kulturelle Brücke zwischen den geflüchteten Kindern, ihren Eltern und den Lehrern der Regelschulen.  

Unser selbstgestecktes Ziel: Kinder zuerst!

Ein ausgeräumter Baummarkt, in dem über Nacht Hunderte von Menschen untergebracht werden. Eilig aufgeblasene Matratzen, notdürftig durch Planen und Bauzäune voneinander getrennte Feldbetten. Kein Ort zum Kuscheln, keine Möglichkeit zum Toben, kein einziges Spielzeug – das ist der Alltag von Kindern, die als Flüchtlinge in Hamburg ankommen.

Die Stadt Hamburg bringt alle Flüchtlinge zunächst in Notunterkünften oder Zentralen Erstaufnahmen unter. Hier leben die Kinder mit ihren Eltern, bis die Familie einen Asylantrag gestellt hat und entschieden wurde, ob sie in Hamburg bleiben kann. Mit etwas Glück beginnt das Leben in Hamburg in einem Containerdorf, immer häufiger bewahren nur überbelegte Turnhallen, leer stehende Elektromärkte oder andere zweckentfremdete Gebäude vor der Obdachlosigkeit. Nur selten stellen die Träger der Unterkünfte Räume und Personal für eine Kinderbetreuung zur Verfügung.

Ursprünglich sollte diese Phase für jeden Geflüchteten knapp drei Monate dauern. Seit 2015 aber steigt mit der Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, die Wartezeit auf eine Anhörung zum Asylantrag – und damit auch die Aufenthaltsdauer in den Erstunterkünften. Es ist nicht selten, dass Familien mit Kindern ein halbes Jahr und länger hier leben.

Monate, in denen die Flüchtlinge nicht selbst einkaufen oder kochen dürfen, die Kinder keine Kita oder Schule besuchen können – bestenfalls kommen Lehrer in die Unterkunft, sofern Räume vorhanden sind. Nur wenige Unterkünfte haben eine Kita vor Ort, geschweige denn Freizeit- und Sportangebote. Hier wie in vielen anderen Fällen müssen ehrenamtliche Initiativen wie Kids Welcome einspringen.

Erstunterkünfte sind Institutionen, in denen die Bewohner*innen ihre gesamte Zeit verbringen. Geflüchtete verlieren ihr Recht auf Wahlmöglichkeit und eigene Entscheidung. Alles wird vorgegeben oder bestimmt: Bett und Einrichtung, das Essen, die Waschgelegenheit in mobilen Toilettenwagen, jede Anhörung in den Ämtern. Dadurch verlieren die Menschen ihre Selbstständigkeit.

Für Kinder bedeutet dieses Leben vor allem Langeweile, ständiger Lärm und Ungewissheit. Ihre Umgebung ist wenig kindgerecht. Kuschelräume, Ecken zum Toben, Spielplätze oder Sportmöglichkeiten – all dies fehlt.

Hinzu kommt, dass viele Kinder vor oder während der Flucht Entsetzliches erlebt haben und traumatisiert sind. In den Notunterkünften fehlt eine professionelle Behandlungsmöglichkeit. Diese kann auch Kids Welcome nicht leisten. Aber wir können den Kindern zumindest Zeit, Wertschätzung und Aufmerksamkeit schenken.

• Wir arbeiten verlässlich und in schlanken Strukturen mit festen Ansprechpartnern.
• Wir kommunizieren an unsere Ehrenamtlichen feste Hygienestandards sowie klare Regeln für den Umgang mit Kindern und ihren Eltern.
• Alle unsere Ehrenamtlichen haben ein polizeiliches Führungszeugnis.
• Grundsätzlich werden keine Kinder aus der Gruppe herausgelöst und einzeln zu Aktivitäten außerhalb der Unterkünfte mitgenommen. So vermeiden wir Neid und Missbrauch und setzen das Vertrauen der Eltern nicht aufs Spiel.
• Wir sind konfessionslos. Stehen religiöse Feste an, veranstalten wir ein Fest, an dem alle Kinder, gleich welcher Herkunft und Religion, teilnehmen können.
• Alle unsere Angebote bieten wir mit Hilfe ehrenamtlicher Dolmetscher*innen mehrsprachig an. Die Teilnahme der Eltern ist immer willkommen.
• Wir greifen bei unserer Arbeit auf ein Netzwerk von Fachleuten zurück, zum Beispiel Zirkuspädagogen, Musiker*innen sowie eine Illustratoren-Gruppe.
• Langfristig ist eine kontinuierliche Weiterbildung der Ehrenamtlichen sowie in pädagogisches Konzept geplant.