Home Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Ein neuer wichtiger Fokus ist unsere bereits etablierte Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten. Diese in der Öffentlichkeit häufig stigmatisierte Zielgruppe benötigt besondere Ansprache und rechtliche Hilfe. Wir vermitteln dafür seit Anfang 2016 sehr erfolgreich Patenschaften oder in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Vormundschaften. Zudem organisieren wir Freizeitangebote und ebenen den Weg in Sportvereine. Wir bieten Nachhilfe und Schulungen an, in denen wichtige Themen wie sexuelle Aufklärung, Verhaltensregeln oder das deutsche Schulsystem besprochen werden.

Unser Ziel ist es, diesen Jugendlichen eine feste soziale Verankerung zu geben. Bevor sie mit der Volljährigkeit aus der staatlichen Obhut entlassen werden und auf sich gestellt sind, stellen wir ihnen seriöse Vertrauenspersonen an die Seite. Denn in dieser oft schwierigen Lebensphase sind die Jugendlichen besonders anfällig für negative Einflüsse.

Mehrere hundert unbegleitete minderjährige Geflüchtete sind in Hamburg angekommen, die meisten von ihnen männliche Jugendliche um die 16 Jahre. Die Altersspanne liegt zwischen 12 und 17,5 Jahren. Alleinreisende Mädchen machen nur etwa 10% aus.

Die Jugendlichen sind in dieser besonders sensiblen Lebensphase auf sich allein gestellt. Eine Phase, in der Jugendliche Halt und Unterstützung durch Freunde und Familie brauchen.

Zudem leiden sie häufig unter traumatischen Erlebnissen und sind einem hohen Erwartungsdruck der zurück gebliebenen Familien ausgesetzt.

In Deutschland dürfen sie als Minderjährige quasi nichts allein entscheiden oder beantragen. Neben Problemen wie Unsicherheit und sprachliche Barrieren für einen Ankommenden in einem neuen Land, kommt ein hohes Maß an gefühlter Hilflosigkeit.